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Special-Effects-Master Shane Ackers oscarnominierter Stop-Motion-Kurzfilm „9“ gefiel Produzent Peter Jackson so gut, dass er eine Langfilmfassung davon drehte. Mit „#9“ setzte er sich mutig über die Konventionen des Animationsfilms hinweg und bietet ein düsteres Symbolgewitter zwischen Dystopie und Schöpfungsmythos.

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Als Mecha-Puppe 9 zum ersten Mal ihre Augen öffnet, erlebt sie ein heftiges Geburtstrauma: Unter Blättern voller mysteriöser Zeichnungen liegt vor ihm ein Leichnam. Der Blick aus dem Fenster offenbart ihm eine zerstörte Metropole. Auf dem Erkundungsstreifzug durch die Trümmer der Stadt trifft der Kleine den offenbar artverwandten Nummer 2, der kurz darauf von einer Stahlbestie mit glühenden Augen entführt wird. Schon bald begegnet 9 auch dem Anführer der Puppen, Nummer 1, der seine Herde ängstlich im Untergrund hält. Doch damit will 9 sich nicht abfinden. Gemeinsam mit dem einäugigen 5 und der wieselflinken 7 nimmt er den Kampf gegen die geheimnisvollen Teufelsmaschinen auf.

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Wie komplex animierte Figuren sein können, haben die Pixar-Studios schon des Öfteren eindrucksvoll bewiesen. (Ihr letztes Werk: „Oben“ mit dem sympathischen Rentner-Kauz.) In Verbindung mit dem gefühlvollen Voice-Acting von Elijah Wood („Der Herr der Ringe“), Christopher Plummer („Das Kabinett des Dr. Parnassus“), Jennifer Connelly („Requiem For A Dream“) und Crispin Glover („Alice im Wunderland“) kann man auch den Puppen Sympathien abgewinnen.

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Mit seinem überwältigenden Angebot an tiefgründigen Symboliken ist „#9“ der bis dato wohl existenzialistischste aller Animationsfilme. Jede Begegnung, jeder Schauplatz werfen neue Fragen auf. Im Zentrum steht dabei die Suche nach dem Schöpfergott, der hier gleich in zwei Varianten auftritt: als Wissenschaftler, der die Puppen baut, und als mit martialischen Symbolen operierendes Faschistensystem, das eine neue Generation von Superkriegsmaschinen züchtet.

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Bis 9 und seine Kollegen erfahren, weshalb ihr Erschaffer sie überhaupt ins Leben gerufen hat, müssen sie aber noch einige Forschungsarbeit leisten, unter anderem auch in einer Bibliothek. Die wird von zwei stummen Zwillingspuppen bewohnt, die Hieroglyphen enträtseln und fehlende Buchstaben im Alphabet des Schöpfers aufdecken.

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Die Konfrontation mit den Maschinen wird zu einer infernalischen. Zentrale Bedeutung kommt dabei dem Seelenjäger zu, ein Monster zwischen Medusa, Skorpion und Terminator. Um dem Maschinengott das Handwerk zu legen, muss 9s Truppe durchs Inferno gehen. Gothic-, Punk- und Industrialfans kommen hier voll auf ihre Kosten. Dabei bietet „#9“ Bilder, die im Vergleich zu denen von „Terminator“ um Längen verstörender wirkten, wären sie nicht in eine verharmlosende Animationsoptik eingebunden.
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5. März 2010 geschrieben von Richi - Filme