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Scratch my back and I’ll scratch yours. Zu deutsch: Eine Hand wäscht die andere. Der einstige Genesis-Sänger, Plattenlabelbesitzer und Solokünstler Peter Gabriel ist nicht nur für sein musikalisches Talent, sondern auch für seine originellen Ideen bekannt. Mit seinem neuesten Album liefert er acht Jahre nach „Up“ den ersten Teil der von ihm ersonnenen Scratch-My-Back-Kampagne: Peter Gabriel reinterpretiert Songs anderer Künstler. Im Gegenzug soll dann noch in diesem Jahr ein Album der so Geehrten erscheinen, die Songs von Gabriel in neue Klanggewänder wickeln.

 
So mancher wird enttäuscht sein, so lange nach dem letzten Longplayer noch immer keine neue Musik von Gabriel geboten zu bekommen. Andererseits wäre dieser nicht der hoch gelobte Künstler, wenn er nicht auch bei so einem Projekt seine ureigene Herangehensweise hätte.

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Zwölf Stücke hat der Meister aufs Wesentliche reduziert, alles Unnötige einfach weg seziert. Statt Gitarren, Drums und anderer PopRock-Instrumente hat er sich eines Orchesters bedient, um Songs namhafter Kollegen neu aufzulegen. Daraus entstanden minimalistische Kompositionen zwischen klassisch orchestriertem Musical und (neo-) romantischer Liedkunst, in denen der Brite eine gute Figur macht und mit denen er dem Orchester seinen ureigenen Stempel aufdrückt.

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Emotionen stehen hier an vorderster Front, vor allem sie sind es, die besonders herausgearbeitet wurden. Gabriel nennt das „Fremdbluttherapie“. Vielleicht deshalb die roten Blutkörperchen auf dem CD-Cover.

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Auf diese Weise verschmilzt der intime Kern der bearbeiteten Songs mit dem des interpretierenden Künstlers. Sanft, besonnen und voller Melancholie führt er uns durch die Scheibe, mal vom Piano, mal von Streich- und mal mehr von Blasinstrumenten begleitet. Trotz der Unterschiedlichkeit der bearbeiteten Lieder bildet das Album eine Einheit, kein Wunder, denn Parallelen zu den Originalversionen der Stücke sind kaum noch zu erkennen.

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Besonders beeindruckend ist Radioheads „Street Spirit (Fade Out)“ ausgefallen: ein wehmütiger Gabriel, dessen (an-) klagende Stimme an einer Stelle sogar bricht.

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Das Album wird Gabriel-Fans sicher spalten. Aber eine künstlerische Großtat ist es so oder so, mit der der Brite seinen 60. Geburtstag feiert. Bleibt zu hoffen, dass die hier interpretierten Künstler mit Gabriels Liedern ebenso mutig verfahren werden.

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Das ganze ist sehr ruhig und etwas für Dreamer oder wenn man mal abschalten will, genau das richtige!
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17. März 2010 geschrieben von Richi - Musik